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Sonntag, 9. Oktober 2016

Herbstcocktail: Soho Sling

Rezepte für gute Herbstcocktails sind ein Schatz. Ich durchforste jedes Jahr wieder das Internet und meine Bücher nach tollen Ideen für Drinks mit herbstblichen Früchten und kräuterigen und warmen Aromen. Wenn die Basis Gin ist, umso besser - mag ich immer und hab ich immer vorrätig; und ist in Kombination mit Apfel und Ingwer superlecker.



Soho Sling

Zutaten (für 1)
  • 5 cl Gin
  • 1,5 cl frischer Limettensaft
  • 5 cl Ginger Beer
  • 3,5 cl naturtrüber Apfelsaft
  • Eiswürfel 
  • zum Garnieren: Apfelscheiben

Zubereitung 

Longdrinkglas mit Eiswürfeln füllen. Gin, Limettensaft und Apfelsaft direkt ins Glas füllen. Mit Ginger Ginger Beer auffüllen und einmal umrühren. Mit frischen Apfelspalten garnieren.

(Quelle)

Sonntag, 2. Oktober 2016

Winzersuppe mit Zimtcroutons

Diese Suppe war die Vorspeise des Herbstmenüs, das ich gestern gekocht habe. Als Hauptgang gab es Pilz-Pithiviers nach Ottolenghi und als Nachtisch Maronenreis mit Rumrosinen und schwarzen Walnüssen. Als Bestandteil dieses Menüs war sie perfekt.




















Rezept ist von hier, leicht abgewandelt.

Winzersuppe mit Zimtcroutons

Zutaten (für 4)

1 Zwiebel
3,5 EL Butter
600 ml Gemüsebrühe
400 ml trockener Weißwein
3 EL Mehl
2 Scheiben Graubrot
1 weiche Birne
0,5 Bd. Schnittlauch
200 ml Sahne
1 Prise Zimt
Salz
Zucker

Zubereitung

Zwiebel fein würfeln. 2 El Butter in einem Topf schmelzen, Zwiebeln darin bei niedriger Hitze glasig dünsten. 3 El Mehl zugeben und kurz unter kräftigem Rühren mitdünsten. Weißwein und Gemüsebrühe zugießen, mit dem Schneebesen verrühren. Aufkochen und bei mittlerer Hitze zugedeckt 15 Min. köcheln lassen.

Währenddessen Graubrot klein würfeln und in einer Pfanne mit 1 El Butter hellbraun rösten, 1 gute Prise Zimt zugeben, rühren. Aus der Pfanne nehmen, beiseite stellen. Birne schälen, vierteln, entkernen und klein würfeln. In einer Pfanne mit 1/2 El Butter bei mittlerer Hitze 2 Min. glasig braten. 

Schnittlauch in Röllchen schneiden. Sahne steif schlagen. Die Hälfte der Sahne zur Suppe geben und alles mit dem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz und 1 Prise Zucker würzen. Mit der restlichen Sahne, Croûtons, Birnen und Schnittlauch in Suppentellern anrichten.

Sonntag, 18. Oktober 2015

The Pomegranate Martini

Es ist die Jahreszeit der Übergangscocktails: Ich mag keinen Gin Tonic mehr, bin aber noch nicht bereit für einen wärmenden Sidecar. Ein perfekter Übergangscocktail ist die Gin Quitte - erfrischend genug für die letzten warmen Tage, aber mit herbstlichen Anklängen dutch Quitte und Rosmarin. Aber was tun mit übrig gebliebenem Granatapfelsaft? Einen anderen leckeren Übergangscocktail mixen: den Granatapfel-Martini.


The Pomegranate Martini

Zutaten (für 1)

4 cl Wodka (ideal: mit Zitrone, z.B. Absolut Citron)
2 cl Granatapfelsaft
1 cl Triple Sec (hier: Grand Marnier)
1 gr. Spritzer Limettensaft

Garnitur: Spirale von Orangenschale


Zubereitung

Alle Zutaten mit viel Eis im Boston Shaker gut schütteln. Den Cocktail durch ein Cocktailsieb in ein Cocktailglas abseien und mit der Orangenschale garnieren.

Montag, 9. März 2015

Trink dich glücklich: Grapefruit Blossom

Mmmmh, endlich wieder Cocktails! Dieser hier ist superlecker und ausreichend erwachsen, durch das Bittere der Grapefruit und natürlich durch den hohen Gingehalt. Außerdem wird er straight up serviert, wie ich es am liebsten mag. Perfekt für die ersten sonnigen Frühlingstage, eine echte Konkurrenz für den von mir sehr geschätzten Spring Break.

























Über die Stellschraube Grapefruitsaftmenge kann man die Intensität dieses Cocktails prima kontrollieren. Im Originalrezept wird 1 cl vorgeschlagen, das schmeckt auch sehr gut, der Drink ist dann aber nicht nur stark, sondern auch recht klein. Mit mehr Grapefruitsaft - anderthalb oder zwei cl - schmeckt er etwas fruchtiger.

Zutaten (für 1)

3 cl Gin
1,5 cl Grapefruitsaft
2 gr. Spritzer Maraschinolikör
1 gr. Spritzer Zuckersirup

Zubereitung

Alle Zutaten mit Eiswürfeln in den Boston Shaker geben, kurz schütteln und ohne Eis in ein Martiniglas abgießen.

(Quelle)

Sonntag, 4. Januar 2015

Barbados Rum Punch

Jahre fangen oft relativ trist an, zum Beispiel wenn man an Neujahr einen Kaffee trinken will und alle Cafés haben zu, oder wenn man den Adventskranz wegräumen soll unds danach so leer aussieht. Auf diese Situation gibt es nur eine angemessene Reaktion: Cocktails trinken. Glück hat, wer an Weihnachten in weiser Voraussicht die Zutaten für einen besonders leckeren Drink aus der Kategorie der Sours geschenkt bekommen hat: die Zutaten für den Barbados Rum Punch.




















Barbados Rum Punch

(One of sour, two of sweet
three of strong and four of weak.)

Zutaten (1 Glas)
  • 1 cl frisch gepresster Limettensaft
  • 2 cl Simple Syrup
  • 3 cl brauner Rum (Mount Gay)
  • 4 cl kaltes Wasser
  • 1 Dash Angostura
  • 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
  • Crushed Eis
  • Cocktailkirsche nach Geschmack

Zubereitung

Die ersten vier Zutaten mit Eis shaken, ins Glas auf gecrushtes Eis absieben und mit einer Prise Muskatnuss, einem Spritzer Angostura und nach Geschmack einer Cocktailkirsche servieren.

Montag, 5. August 2013

Blue Moon (Cocktail)

Vor ein paar Tagen hab ich in einer Bar den besten Cocktail ever getrunken. Jaja, möglicherweise habe ich das schon mal gesagt (der Sidecar in der Melody Bar, ahhhhh!), aber diesmal stimmt's. Die Bar war das Ellington in der Scheurenstraße, die ohnehin zu empfehlen ist: Erstens ist es da nett und zweitens und vor allem gibt es eine tolle Karte, mit ein paar Klassikern und einigen spannenden - so weit ich das beurteilen kann - Neukreationen. Patti hatte einen Slow Screw Up Against the Wall - mit O-Saft und Vanille, lecker - und ich einen Aviation.

links: Slow Screw Up, rechts: Aviation























Der Aviation, bestehend aus Gin, Veilchenlikör, Maraschinolikör, Zitronensaft.
Nicht nur, dass er einen tollen Namen hat (noch besser als "Flight Noise", den wollte ich demnächst vielleicht mal erfinden) und eine schöne Farbe (himmelsilbergrau - im Elligton seltsamerweise gelbstichig), er ist auch wahnsinnig lecker. Das liegt am Zitronensaft - Sours sind immer gut -, aber vor allem auch am Veilchenlikör.
Let's talk about Veilchenlikör, auch Crème de violette genannt. Dieses Veilchenaroma ist wahnsinnig gut. Leider habe ich versäumt den Mixer zu fragen, welchen Veilchenlikör er verwendet.
Als wir aus der Bar nach Hause kamen, habe ich sofort im Internet recherchiert. Veilchenlikör ist nicht ganz billig und nicht ganz leicht zu bekommen, insbesondere nicht, wenn man bestimmte Vorstellungen hat. (Der von Bitter Truth ist bestellbar, aber der soll ja nicht so gut sein!)

Blue Moon






















Die Spirituosenhändlerin meines Vertrauens hatte auch keinen da, allerdings einen Likör, der sich "Parfait d'amour" nennt und angeblich neben ein paar anderen Sachen auch Veilchen enthält und der Crème de violette auch im Aviation ersetzen kann. Maraschino hab ich einfach irgendeinen billigen genommen. Das erwies sich als ein Fehler: Der Maraschino ist ziemlich ungenießbar, Parfait d'amour lecker, schmeckt aber kein bisschen nach Veilchen. Beim zweiten Drink hab ich den Maraschino weggelassen. Der Cocktail heißt dann Blue Moon und ist prima, aber an der Sache mit dem Veilchenlikör muss ich noch arbeiten. Den nächsten Aviation gibts dann erst mal wieder im Elligton.


Blue Moon

Zutaten
  • 4 cl Gin
  • 2 cl Zitronensaft
  • 0,75 cl Parfait d'amour

Zubereitung

Alle Zutaten mit Eis 20 bis 30 Sek. shaken. Straight up im Cocktailglas servieren.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Currant Garden (Cocktail)

Am Samstag Abend hat mein Papa eine Einweihungsparty gefeiert. Zu Ehren des neuen Hauses habe ich zwei Cocktailrezepte entwickelt, die, bei aller Bescheidenheit, beide ziemlich gut sind. Einer dieser Cocktails ist benannt nach dem Garten des Hauses, in dem - neben vielen anderen Pflanzen - auch verschiedene Johannisbeer-Sträucher wachsen.





















Der Cocktail braucht nur wenig Zutaten, ist eher auf der starken Seite und wird straight up serviert wie ich es mag. Bei Licht besehen ist quasi nur Schnaps drin, so schmeckt er aber nicht. Vielmehr ist er fruchtig und mild und folglich ideal für eine Sommernacht im Johannisbeer-Garten.






















Es gab sogar eine richtige Bar. Mit Eiswürfelmaschine. Das Cocktailparadies!


Currant Garden

Zutaten
  • 4 cl Gin (hier: Gordon's)
  • 2 cl Creme de Cassis
  • 1 cl Limettensaft
  • Deko: Johannisbeeren

Zubereitung

Alle Zutaten mit Eis ca. 20 bis 30 Sekunden shaken. Durchs Barsieb in ein Cocktailglas abgießen. Mit Johannisbeeren garnieren.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Spring Break (Cocktail)

Das Herzstück dieses Blogs, im Sinne von was mir am meisten am Herzen liegt, sind im Grunde die Katzenfotos und die Cocktailrezepte. Schon wenn ich "Cocktailrezepte" schreibe, wird mir ganz warm ums Herz und ich werde ganz aufgeregt, was natürlich - es gibt keinen Grund, das zu verschweigen! - auch daran liegt, dass ich in diesen Situationen meistens schon einen getrunken habe. Deswegen freue ich mich sehr über das folgende, neuentdeckte Rezept für den großartigen "Spring Break".





















Ja, eigentlich ist schon Sommer und so, aber dieses Rezept fand ich auf den ersten Blick total überzeugend und zutatentechnisch spricht nichts gegen eine Jahreszeiten-Neuzuordnung dieses Getränks, das nie besser passen könnte als bei Sommergewittern nachmittags in meiner kleinen Wohnung.
Drin ist vor allem Ananasaft, Whiskey und Pernod. Saft und Whiskey finde ich prima, seit ich entdeckt habe, dass man Bourbon gut mit frisch gepresstem O-Saft kombinieren kann. Pernod dazu klingt superaufregend. Das gilt auch für die Beschreibung des Drinks auf der "The Boys Club"-Webseite, die ich für ihre Cocktailrezepte übrigens grundsätzlich schätze:
For a taste of the tropics, this cocktail includes pineapple, but the goal here isn’t to recreate one of those over-sized sugary things with umbrellas. The citrus juices lend a vibrant palette, while the bourbon gives this drink a smooth, sophisticated base. Then, there’s a surprise guest appearance — anise.
Ich mag Cocktails, für die man 1. nicht übertrieben viele oder ausgefallene Zutaten braucht, die 2. eine glatte Flüssigkeit ergeben (nicht mit Eiswürfeln, Obststückchen, Kräuterzweigen usw.)* und bei denen sich 3. aus der Summe der Zutaten ein überraschendes Gesamtbild ergibt, das mehr ist als "die Summe der einzelnen Teile". All dies gilt definitiv für den "Spring Break". (Nebenbei: Wenn ich kein Philosoph werde, werde ich Thekenphilosoph.)






















Während ich diesen Beitrag schreibe, steht ein Glas "Spring Break" neben mir. Heute Abend kommen endlich wieder die Freunde zum Spielen vorbei, und ein Cocktail, den man den Freunden servieren will, sollte man vorher natürlich getestet haben. Der Spring Break ist hiermit getestet und für ausgezeichnet befunden und wird ins feste Repertoire aufgenommen, das bisher zu meinem Leidwesen fast nur herbst- und winterliche Cocktails umfasst. Willkommen in meiner Welt, Spring Break.


Spring Break

Zutaten (für 1)
  • 3 cl Bourbon
  • 0,75 cl Pernod
  • 6 cl Ananassaft
  • 0,5 cl Zitronensaft
  • 0,5 cl Limettensaft

Zubereitung

Alle Zutaten im Shaker mit Eis 20 bis 30 Sek. schütteln. Durch ein Barsieb in ein Cocktailglas abgießen und sofort servieren.



*Hups, was ich meine, heißt "straight up".


(Quelle)

Montag, 14. Januar 2013

Freitag, 9. November 2012

Drinks für den Herbst: Gin-Quitte

Ich liebe gute Cocktails, ich liebe (Mamas selbstgemachtes) Quittengelee und ich hab grad ausgezeichneten Gin da - was bietet sich also mehr an, als ein Brot mit Quittengelee zu essen und dann ein paar Gläser Gin zu trinken? Richtig: Es bietet sich an, alles (außer dem Brot jetzt!) zu einem knallroten und superleckeren Cocktail zusammenzukippen, den dringend jeder nachmachen sollte, der Cocktails gerne mag.

Das Rezept hatte ich schon länger abgespeichert, weil ich die Zutatenliste direkt vollkommen überzeugend fand: Gin, Quittengelee, Rosmarin, Zitronensaft, Granatapfelsaft.

Die einzig knifflige Zutat war der Granatapfelsaft, weil ich nicht weiß, wo man den kaufen kann und auch keine Lust hatte, viel durch die Gegend zu fahren. Deswegen habe ich ein Verfahren entwickelt, wie sich Granatapfelsaft auch ohne Entsafter problemlos herstellen lässt: Granatapfelkerne aus den Früchten (hier: zwei große Granatäpfel, ausreichend für ca. fünf Portionen Gin-Quitte) lösen, in den Blender geben. Mixen. Dann die dickflüssige Masse aus dem Blender durch ein feines Sieb streichen, Saft auffangen, fertig.
Der Saft schmeckt übrigens auch pur absolut gut und originell. Eine Granatapfelschorle wäre sicherlich keine ganz schlechte Idee.

Zum Geburstag hat mir jemand äußerst Liebes einen ziemlich tollen Cocktailshaker (Boston Shaker von Carl Mertens) geschenkt, der sich mit der Gin-Quitte zum ersten Mal unter Beweis stellen musste. Ich bin ganz begeistert: Der Shaker ist wirklich dicht, lässt sich ganz leicht verschließen und wieder öffnen und das "Gut zu reinigen"-Argument ist in der Tat zutreffend. Außerdem ist der Shaker groß genug, um zwei Drinks auf einmal zuzubereiten.
Der supergute Gin der Sünner-Kölsch-Brauerei war ebenfalls ein Geburtstagsgeschenk - meine Freunde wissen, was ich mag.































































Gin-Quitte

Zutaten (für 1 Glas)
  • 2 Rosmarinzweige (ca. 6 cm lang)
  • 4 cl Gin
  • 1 cl Zitronensaft
  • 2 cl Granatapfelsaft
  • 2 Tl Quittengelee
  • Eiswürfel

Zubereitung

Die Nadeln von einem Rosmarinzweig mit dem Quittengelee in den Shaker geben und mit einem Holzstößel leicht anstoßen. Gin, Zitronensaft, Granatapfelsaft und ein paar Eiswürfel zugeben, alles shaken und durch ein feines Sieb in ein Glas mit Eiswürfeln abgießen. Mit Rosmarinzweig dekorieren.


(Quelle)

Montag, 17. September 2012

Cocktail in herb, süß und zartrosa: The Rose

Spätestens, seit ich diesen schönen Beitrag auf Designsponge gelesen habe, träume ich von einer Wohnung, die groß genug ist, um einen alten Barwagen aufzustellen. Und von einem alten Barwagen. Der gelbgrüne ist so schön oder der goldene ganz oben, oder?

Mein alter Barwagen sähe allerdings etwas weniger, naja, puristisch aus als die in den durchgestylten Designer-Wohnungen - obwohl ich öfter mal eine Schnaps-, Likör- oder Sirupflasche leere, kommen doch immer wieder neue dazu. Was Cocktails angeht, bin ich experimentierfreudig und habe deswegen einen gewissen Grundstock an Alkoholika daheim. Hendricks Gin, in den Designsponge-Hausbars mehrfach vertreten, ist leider eher selten bis nie dabei (hier mal ein grundsätzliches Problem: ich habe zu wenig Geld); Grand Marnier oder Cointreau und Cognac sollten allerdings in der Regel vorrätig sein, damit ein Sidecar jederzeit möglich ist.
Meine Schnapsflaschen stehen leider einfach in einer Ecke der Küchen-Arbeitsplatte. Schade: Viele der Flaschen sind viel zu hübsch, um sie zu verstecken und überhaupt scheint mir Alkohol als Dekorationsgegenstand grundsätzlich unterschätzt. Also, von manchen Leuten, von den Designsponge-Typen wohl eher nicht.























Samstag Abend haben wir zwei neue Cocktails ausprobiert, einen, den ich schon länger testen wollte, einen, der sich als Nachtisch aus dem vorhandenen Material ergab. Weil mir der erstgenannte so ausnehmend gut gefallen hat, verrate ich das Rezept: Er besteht aus trockenem Wermut und Kirschwasser, gesüßt mit einem Schluck Himbeersirup, garniert mit einer zuckrigen Cocktailkirsche und wenn er Ohren hätte, hörte er auf den klangvollen Namen The Rose. Ach, wenn Cocktails Ohren hätten - von mir könnten sie sich so einiges erzählen lassen.
The Rose schmeckt ein bisschen herb, aber nicht zu herb und ein bisschen süß, aber nicht zu süß. Ich finde, dass er ausgezeichnet zu einem herbstlichen Abend in der Küche passt, an dem man bei Kerzenschein kocht, vorliest oder sich was erzählt. So haben wir's gemacht und so machen wir's wieder.























The Rose

Zutaten (1)
  • 6 cl trockenen Wermut, z.B. Martini extra dry
  • 3 cl Kirschwasser
  • 1 TL Himbeersirup
  • 1 Cocktailkirsche

Zubereitung

Wermut, Kirschwasser und Sirup in ein Mixglas geben, mit Eis auffüllen und verrühren. Durch ein Barsieb in ein Cocktailglas abgießen und eine Cocktailkirsche hineingeben.

Mittwoch, 22. August 2012

Joghurt-Limetten-Mousse (hier mit Pfirsich-Angostura-Kaviar)

Wuuuh! Alleine würde ich mich solche chemisch-verrückten Sachen ja wahrscheinlich nicht trauen, aber ich kenne wen, der sich mit sowas auskennt und den Floh molekularer Küche schon vor einiger Zeit in meinen Kopf gesetzt hat. Am Wochenende haben wir uns zum ersten Mal an Fruchtkaviar versucht. Fruchtkaviar besteht aus einer Flüssigkeit nach Wahl (bestimmte komplizierte Regeln müssen bei dieser Wahl wohl eingehalten werden, mit Kirschsaft zum Beispiel klappts nicht, hab ich mir sagen lassen), die mit Alginat angerührt und nach einiger Wartezeit in ein Wasserbad mit Calciumlaktat oder -chlorid getropft wird. Die Flüssigkeit wird dann fest und bildet kleine Kügelchen, die eine dünne Membran haben und einen flüssigen Kern. Sie sollen in Mund zerplatzen und man kann sie verwenden, wie man mag: in Cocktails, in Nachspeisen oder ganz bestimmt auch in herzhaften Gerichten oder, ach, was einem eben Verrücktes einfällt.

Dieser Fruchtkaviar hier ist weit entfernt von perfekt. Mit der Spritze kriegen wir irgendwie nur komische Kugeln, die entweder zu flüssig oder zu fest sind, oder Gel-Spaghetti hin. Die "Fruchtdrops" vom Löffel sind schon besser, aber man kann noch dran arbeiten. Am besten geklappt hat trotz zahlreicher Versuche (Traubensaft mit Creme de Cacao, Apfelsaft mit Calvados, Ananassaft, Orangensirup mit Grand Marnier...) nur eine einzige Sorte, nämlich Pfirsich-Angostura - Pfirsichsaft mit ein paar Spritzern Angostura drin. (Angostura macht alles noch leckerer, oder?)




Beim ersten Mal gab es die Kugeln einfach in Sekt (gut!; s.o.), beim zweiten Mal auf Joghurt-Limetten-Mousse (gut!!!; s.u.). Ich hatte eigentlich gedacht, dass man das Mousse mit einer ganzen Ladung Drops und Kügelchen verschiedener Farbe und Größe bedecken könnte, aber so weit fortgeschritten sind wir in der Kaviar-Produktion augenscheinlich noch nicht. Macht nichts - das Rezept für das leckere Limettenmousse verrate ich trotzdem schon!























Joghurt-Limetten-Mousse (4-6 Portionen)

Zutaten
  • 3 Blatt Gelatine, weiß
  • 200 g Sahne
  • 300 g Naturjoghurt
  • 2 Limetten
  • 10 EL Zucker 

Zubereitung

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Schale der beiden Limetten abreiben, dann den Saft auspressen. 6 EL vom Saft abnehmen und mit 125 ml Wasser und dem Zucker drei Minuten zu einem Sirup einkochen. Gelatine leicht ausdrücken, Wasser abgießen. 100 ml von dem Sirup abmessen und schnell mit der Gelatine und der Limettenschale verrühren. Etwas abkühlen lassen, dann Joghurt kräftig unterrühren. Sahne steif schlagen und unterheben. In Dessertschälchen oder eine große Schale füllen und im Kühlschrank für 2 Stunden fest werden lassen; vor Verzehr ggf. Nocken abstechen.
Den restlichen Sirup kann man entweder mit Sprudel aufgießen und als Limonade trinken, oder man mariniert darin ein paar frische Erdbeeren, die man zum Limettenmousse reicht.

Lecker schmeckt das Mousse auch mit Himbeersoße, dafür einfach TK-Himbeeren auftauen lassen und mit Puderzucker pürieren. Auf das festgewordene Mousse geben und mit frischer Himbeere und gehackten Pistazien dekorieren.

Mittwoch, 8. August 2012

Cocktailklassiker (3): Martini Cocktail

Letztes Wochenende war ich an meinem Lieblingsort zum Cocktails trinken: der Melody Bar in Düsseldorf. Nicht, dass ich so wahnsinnig viel Erfahrung mit Cocktailbars hätte, aber ich erkenne einen guten Martini oder einen guten Whiskey Sour, wenn man ihn mir vorsetzt. Die Drinks sind nicht ganz billig, aber was sein muss, muss sein und zwar einmal im Jahr am Geburtstag von jemanden, der sonst nur wenig Wünsche hat.
Während meine Freunde eben die genannten Getränke konsumiert haben - ich hab alles probiert, ausgezeichnet - hatte ich zuerst einen Virgin Mary (wegen der großen Menge zuvor in mich reingeschüttetes Altbier). Wer denkt, ein Virgin Mary sei einfach ein Tomatensaft mit Salz und Pfeffer und vielleicht Tabasco, irrt entweder, oder die Leute da in der Melody Bar haben wahnsinnig guten Tomatensaft und wahnsinnig gutes Salz und wahnsinnig guten Pfeffer.
Danach hab ich noch einen Sidecar getrunken, der ja seit letztens einer meiner Lieblingsdrinks ist und auch der war ziemlich gut, wobei ich noch lieber einen English Sidecar gehabt hätte, also die Variante mit mehr Cognac. Man muss sich aber auch überlegen, wie sehr man sich in so einer Bar zum Clown machen möchte - der Sidecar stand sowieso schon nicht auf der Karte. Mit mehr Geld hätte ich mich mit Vergnügen durch die ganze Karte getrunken und darüber hinaus noch alle Cocktailnamen gesagt, die mir so einfallen.

In der bei heart cooks brain beliebten Reihe "Cocktailklassiker aus der Literatur" geht es heute weiter mit dem Martini Cocktail.
Für den Martini lassen sich sicher unzählige literarische Referenzen nennen: James Bond ist die erste die mir einfällt, nach kurzer Recherche stößt man auf John Updikes "Ehepaare", ein Roman, in dem sich Ehepaare in einer amerikanischen Kleinstadt der Sechzigerjahre zu Cocktailparties und zum Tennis treffen. Wenn man ein bisschen gründlicher sucht oder nachdenkt, findet man sicher noch viel mehr literarische Erwähnungen.
Das Buch, das ich als Anlass nahm, um mir heute einen Martini Cocktail zu genehmigen, ist Lockruf des Goldes von Jack London (1910). Es handelt sich dabei um einen Abenteuerroman, der unter anderem Londons eigene Erlebnisse während des Klondike-Goldrauschs am Ende des neunzehnten Jahrhunderts beschreibt. Der Protagonist, Burning Daylight genannt, beendet etwa in der Mitte des Romans sein Leben als Abenteurer auf Flößen und in Hütten und versucht, sein Bedürfnis nach risikoreichen Unternehmungen in San Franciso und New York bei Börsenspekulationen und anderen Abenteuern der Großstadt zu befriedigen. Hier findet auch die Szene statt, in der er sich in ein Geschäft verwickeln lässt, das ihn später kurzzeitig finanziell ruinieren wird.

Sie tranken - das heißt, Nathaniel Letton trank Mineralwasser, das von dem lautlos wirkenden Automaten von Lakaien, der das Haus bewohnte, serviert wurde, während Dowsett einen Whisky-Soda und Daylight einen Cocktail nahm. Keiner schien etwas Ungewöhnliches an einem Martini um Mitternacht zu finden, obwohl Daylight scharf beobachtete; denn er hatte längst gelernt, daß ein Martini seine bestimmte Zeit und Stelle hatte. Aber er liebte Martini und wollte als Naturmensch die Freiheit haben zu trinken, wann und wo es ihm paßte. Andere hätten vielleicht die eigentümliche Gewohnheit beachtet, nicht so Dowsett und Letton, und Daylights geheimer Gedanke war: "Die würden auch nicht mit der Wimper zucken, wenn ich ein Glas ätzendes Sublimat verlangte."

Auch ich (als Naturmensch) nehme mir die Freiheit heraus, zu trinken, wo und wann es mir passt; ohne die Sensibilität für den richtigen Moment zu verlieren (als Stadtmensch).

Das Buch ist übrigens nicht besonders aufregend, wenn man keinen Faible für Abenteurromane aus dem 19./20. Jahundert hat. Zunächst wird keinerlei Spannung aufgebaut, dann ist klar, worauf es hinausläuft - Daylight, der vor nichts Angst hat außer vor Frauen, heiratet irgendwann seine Sekretärin, die sich lange ziert, und zieht mit ihr zurück aufs Land, wo er hingehört, weg aus der Großstadt, die ihn verweichlicht und zerstört. Alkohol trinkt er dann übrigens auch keinen mehr. Fast keinen:

Daylight hatte kein Enthaltsamkeitsgelübde getan, aber dennoch seit dem Tage, da er sich vom Geschäft zurückgezogen hatte, keinen Tropfen Alkohol angerührt. Bald war er jedoch stark genug, ein Glas trinken zu können, ohne sofort ein zweites folgen zu lassen. Andererseits war der Drang zu trinken von dem Augenblick an, als er sich auf dem Lande niedergelassen hatte, vollkommen verschwunden. Er spürte kein Verlangen nach Alkohol und vergaß sogar, daß er existierte. Doch er wollte sich nicht davor fürchten, und wenn ihm der Kaufmann in der Stadt hin und wieder etwas anbot, pflegte er zu sagen: "Schön, mein Sohn! Wenn es Ihnen Spaß macht, daß ich ein Glas mit Ihnen trinke, gern. Geben Sie mir einen Whisky."

Auch, wenn wir es ihm natürlich anrechnen, dass es sich vor Alkohol nicht "fürchtet", wollen wir uns an Daylights neuer herablassender Art kein Beispiel nehmen. (Ich vermute, in dieser Passage drückt London das Verhältnis zum Alkohol aus, das er sich selbst für sich gewünscht hätte.)
Wer Lust hat auf einen Roman von Jack London, dem kann ich sein letztes und unvollendetes Werk "Das Mordbüro" sehr ans Herz legen. Es handelt sich dabei um einen satirischen Krimi, in dem der Chef einer Agentur, die Auftragsmorde ausführt, seinen Mitarbeitern befiehlt, ihn selbst umzubringen. Klingt albern und das ist es auch - aber albern und lustig und klug und gut geschrieben. Dazu passt ein Martini sicher ausgezeichnet.






Ja, ich habe jetzt auch Cocktailgläser. Da hat wohl der Superfreund wieder seine Finger im Spiel.

Dies sind zwei Martini mit jeweils 11 Teilen Gin und 3 Teilen Wermut, gerührt, mit links einer Olive und rechts einem Streifen Zitronenschale. Das Mischverhältnis ist eine Wissenschaft für sich; wer etwas auf sich hält, trinkt seinen Martini trocken, also auch mit (wenig) trockenem Wermut. Schön und poetisch finde ich Luis Buñuels Rezept für einen (sehr) trockenen Martini: "hold up a glass of gin next to a bottle of vermouth and let a beam of sunlight pass through". Ich habe kein Sonnenlicht parat und halte mich an die Rezeptur der International Bartenders Association, lediglich den trockenen habe ich durch weißen Wermut ersetzt.


Martini Cocktail

Zutaten
  •  55 ml Gin
  • 15 ml Wermut, hier bianco, für trockenen Martini trockenen Wermut verwenden
  • eine grüne Olive oder ein Streifen Zitronenschale; für einen sog. Gibson eine Silberzwiebel
  • Eis 

Zubereitung

Gin, Wermut und Eis in ein Gefäß geben und verrühren. Zitronenschale oder Olive in ein Cocktailglas geben und den Martini ohne Eis darauf abgießen.

Dienstag, 17. Juli 2012

Cocktailklassiker (2): Alexander

Im Gegensatz zum Sidecar, den ich als letztes probiert habe, gehört der Alexander eigentlich zur Kategorie der After-Dinner-Drinks. Bestehend aus Creme de Cacao, Sahne und Gin ist er gut geeignet, einen ganzen Nachtisch zu ersetzen.
Man kann einen trinken, aber auch gleich vier davon, wie sich in "Brideshead Revisited" (1944), deutsch: "Wiedersehen mit Brideshead" vom englischen Schriftsteller Evelyn Waugh nachlesen lässt. (In meiner Übersetzung heißt der Cocktail "Alexandra". Der Übersetzer kannte sich wohl nicht so mit der Materie aus.) Der exzentrische Anthony Blanche, ein Nebendarsteller und Bekannter des Protagonisten Charles Ryder, bestellt sie in einer Bar allerdings als Apéritif:

In der Bar Des George bestellte er: "Vier Alexandra-Cocktails, bitte", und baute sie mit einem lauten "Mm-mm" vor sich auf, das ihm empörte Blicke von allen Seiten einbrachte. "Sie hätten wahrscheinlich lieber Sherry, aber, mein lieber Charles, Sie werden keinen Sherry bekommen. Ist das nicht ein köstliches Gebräu? Schmeckt es Ihnen nicht? Dann werde ich es für Sie trinken. Eins, zwei, drei, vier, da gluckern sie herunter. Wie diese Studenten glotzen!" Und er führte mich zu dem wartenden Auto hinaus.

Der Roman, den ich letztens gelesen habe (nicht zuletzt wegen des erwähnten Drinks) erzählt die Geschichte der wohlhabenden englischen Familie Marchmain in den 20er und 30er Jahren. Mir hat das Buch gut gefallen, das, übrigens, in den 80ern als Fernsehserie und 2008 noch mal fürs Kino verfilmt wurde. Die mehrteilige Fernsehverfilmung kann man sich gut ansehen, ich habs ausprobiert. Der Alexander kommt hier, wenn ich mich richtig erinnere, aber nicht vor.





Der Alexander ist gut, aber keine Offenbarung wie der Sidecar. Ich bin wahrscheinlich im Allgemeinen kein Fan von Sahne-Cocktails. Creme de Cacao ist nicht leicht zu beschaffen - als ich in einem (eigentlich gut sortierten) Supermarkt danach gefragt habe, hat mich de Verkäufer, der sich offensichtlich auskannte, mit einer Mischung aus Erstaunen und Bewunderung angesehen. In einem Schnapsladen in Düsseldorf wurde ich dann aber fündig. Hier gab es sowohl die klare als auch die braune Variante. Ich habe mich für die helle Version des Cocktails mit Gin entschieden und freue mich auf weitere Experimente mit Kakolikör.


Alexander

Zutaten (für 1)
  • 2 cl Gin
  • 2 cl Crème de Cacao hell
  • 2 cl süße Sahne
  • gestoßenes Eis
  • frisch geriebene Muskatnuss

Zubereitung

Alle Zutaten außer der Muskatnuss in einen Shaker geben und schütteln. Ohne das Eis in ein gekühltes Cocktailglas abgießen. Muskatnuss mit einer kleinen Reibe auf einem Tellerchen dazu servieren, sodass jeder nach Belieben würzen kann.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Cocktailklassiker (1): Sidecar

Der Zusammenhang zwischen Schrifstellertum, Literatur und Alkohol ist, zumindest in bestimmten Epochen und Orten der Geschichte, unübersehbar. Aber das macht ja auch Sinn, wenn man über Menschen schreibt. Menschen trinken eben. Wenn ich Bücher schreiben würde, wären es auch Bücher über Menschen und über Alkohol. Über Menschen, über Trinken und über den Tod. (Ich bin ja noch jung. Wenn man noch jung ist, will man sicher immer Bücher über Sachen schreiben, von denen man nichts versteht.)

Insbesondere sind die amerikanischen Schriftsteller der 20er Jahre als auch die Protagonisten ihrer Romane für ihre Alkoholexzesse bekannt. Wer schon mal was von Hemingway oder Fitzgerald gelesen hat, weiß, dass hier kaum eine Seite vergeht, ohne dass eine große Anzahl an Mint Juleps, Gin Tonics und Mojitos getrunken wird.
Aber auch in Deutschland, zur selben Zeit und ein bisschen später, wurde in Schriftstellerkreisen getrunken, was das Zeug hält: Bekannte Alkoholiker, die gleichzeitig Schriftsteller der Neuen Sachlichkeit waren, sind zum Beispiel Hans Fallada (selber Alkoholiker, siehe auch sein Roman "Der Trinker" von 1944/1950), Irmgard Keun (sechs Jahre Psychiatrie wegen Alkoholismus) oder ihr zeitweiliger Geliebter Joseph Roth (seit dem 1. Weltkrieg Alkoholiker).

So, genug Faktenwissen. In seinem Buch über Literatur und Alkohol in Amerika "'The Giant Killer': Drink and the American Writer" (1976) schreibt Alfred Kazin: "there are periods and occasions when drinking is in the air, even seems to be a moral necessity". Alkohol als moralische Notwendigkeit - das ist ein Gesetz, das auch in meiner Küche gilt. (Quatsch, nur Spaß!)
Aus kulturhistorischer Perspektive ist dieser Zusammenhang  wahrscheinlich eher ausgelutscht, zumindest in Bezug auf die Roaring Twenties in Amerika. Das macht mir aber nichts, denn die Forschungsergebnisse, an denen ich interessiert bin, sind eher praktischer Natur. Meine Forschungsfrage heißt: Finde ich die Drinks aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts genauso gut wie die Romane?*

Mit dieser empirischen Studie zu Qualiät von Cocktail-Klassikern hab ich jedenfalls schon vor ein paar Jahren angefangen, nachdem ich "Schatten im Paradies" von Remarque gelesen hatte. Der Cocktail der Wahl - ein leichter Sommerdrink! - heißt hier Moscow Mule und besteht aus Wodka, Ginger Beer und Limettensaft.

Wir gingen in den kleinen Raum des Morocco, nicht in den großen mit der Sternendecke und den Zebrasofas. Im kleinen spielte Karl Inwald Wiener Lieder.
"Was möchten Sie haben?" fragte ich.
"Einen Moscow Mule."
"Was ist denn das?"
"Ein Moskauer Maulesel. Wodka, Ingwer-Bier und Lime-Saft. Sehr erfrischend."
"Das werde ich auch versuchen."
Natascha zog ihre Füße auf das Sofa. Sie ließ ihre Schuhe auf dem Boden stehen. "Ich bin nicht sehr für Sport", sagte sie. "Nicht wie die Amerikaner. Ich kann weder reiten noch schwimmen noch Tennis spielen. Ich bin eine Sofahockerin und eine Schwätzerin."
"Was sind Sie noch?"
"Sentimental und romantisch und unausstehlich. Billige Romantik finde ich unwiderstehlich. Je billiger, um so besser. Wie schmeckt der Moscow Mule?"
"Wunderbar."
"Und die Wiener Lieder?"
"Auch wunderbar."
"Gut." Sie lehnte sich zufrieden in ihre Sofaecke zurück. "Manchmal ist es absolut nötig, sich von einer Riesenwoge Sentimentalität überfluten zu lassen, in der alle Vorsicht und aller guter Geschmack glorios untergehen. Später kann man sich dann trocken schütteln und sich auslachen. Wollen wir?"


Seufz, Natascha! Ich wünschte, wir wären uns begegnet.


Heute setze ich die Studie fort, und zwar mit einem, vorsichtig ausgedrückt, absoluten Highlight: Dem Sidecar. Ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass der Sidecar einer der besten oder sogar der beste Drink ist, den ich jemals getrunken habe. Und das aus mehreren Gründen: Man braucht nicht viele Zutaten. Gut, die, die man braucht, sind nicht die billigsten - Cognac, Cointreau und Zitronensaft. Aber ich kann versichern, dass es sich lohnt und man hier nicht an der falschen Stelle investiert. Bei diesem Cocktail ist das Ergebnis definitiv mehr als die Summe der einzelnen Teile. Der Sidecar schmeckt großartig fruchtig, mild, kaum nach Alkohol und trinkt sich so gut, dass man nach nur einem unmöglich Schluss machen kann. Den Sidecar habe ich bereits in meinem Standardrepertoire aufgenommen. Nachdem ich diesen Drink probiert habe, konstatiere ich mit gutem Gewissen: Die Testreihe hat sich bereits gelohnt.

Auch der Sidecar wird bei Remarque erwähnt, und zwar in "Drei Kameraden" (der wahrscheinlich schönste Remarque):

Wir tranken ein paar Glas. Ich nur Sidecars, mit viel Zitrone. Ich wollte nicht wieder von mir selbst überrumpelt werden.
Gottfried war glänzend aufgelegt.
"Ich war eben bei dir", sagte er. "Wollte dich abholen. Hinterher war ich auf dem Rummelplatz. Da ist ein großartiges neues Karussell. Wollen wir mal hin?" Er sah Patrice Hollmann an.
"Sofort!" erwiderte sie. "Ich liebe Karussells über alles!" "Dann wollen wir gleich aufbrechen", sagte ich. Ich war froh, daß wir 'rauskamen. Im Freien war die Sache einfacher.



























Ich empfehle, ihn nach der englischen Schule zuzubereiten und, wenn man nicht allzu puristisch ist, gern auch als Sidecar Up: die englische Schule sieht die doppelte Menge Cognac vor, "Sidecar Up" bezeichnet den Zuckerrand.


English Sidecar Up  

Zutaten (für 2)
  • 2 Teile Cognac (100 ml)
  • 1 Teil Cointreau (50 ml)
  • 1 Teil Zitronensaft (50 ml)
  • etwas zusätzlicher Zitronensaft
  • etwas Zucker
  • Eiswürfel

Zubereitung

In zwei Untertassen etwas Zitronensaft bzw. etwas Zucker füllen. Den Rand eines Cocktailglases zuerst in den Zitronensaft, dann in den Zucker tauchen.
Cognac, Cointreau, Zitronensaft zusammen mit einigen Eiswürfeln in einen Shaker geben und schütteln. Ohne die Eiswürfel ins Glas abgießen.




*In diesem Zusammenhang dache ich auch schon darüber nach, eine kleine Cocktailparty zu veranstalten. Nicht nur, weil ich gern mit Freunden Whiskey Sour trinke, sondern auch, weil das ein guter Grund wäre, ein Cocktailkleid zu kaufen. Wikipedia empfiehlt: "Im Regelfall tragen die Herren, da die Party sich an die Arbeitszeit anschließt, noch die normale Tageskleidung (Büroanzug). Entsprechendes gilt mittlerweile auch für die berufstätigen Damen. Bei besonders feierlichen oder offiziellen Cocktailpartys ist für Herren ein dunkler Anzug angemessen. Damen tragen ein Cocktailkleid." Die Party bei mir wäre natürlich feierlicher und offizieller Natur, wobei, Achtung: die Mindestverweildauer von 20 Minuten nicht unterschritten werden sollte. Zeit genug für zwei Martinis!
Aber auch so scheint mir eine Cocktailparty ein absolut sinnvolles Ereignis zu sein. Zitat Wikipedia: "Eine Cocktailparty ist eine Form eines Stehempfangs. [...] Der Name ist abgeleitet von den servierten Cocktails [...]. Dazu gibt es in jedem Fall kleine Appetithäppchen. Die Gäste unterhalten sich im Stehen (Smalltalk), die Musik ist eher leise und dezent und keine Tanzmusik." Wär das nicht super, ein kleiner Stehempfang mit Smalltalk, Fahrstuhlmusik und Appetithäppchen in meiner Wohnung!? Ich sehe es vor mir; und was ich sehe, ist glamourös.

Donnerstag, 22. März 2012

Orangen-Eierlikör

Ach, ist das schöne Wetter draußen nicht superschön? Fast ein bisschen schade, dass Sonnenschein von sich aus schon "schönes Wetter" heißt, denn das lässt die Aussage, wie schön man das schöne Wetter findet, irgendwie trivial erscheinen. Wobei natürlich viele Leute behaupten würden, dass sie das wirklich auch ist, die Aussage: trivial. Aber mir macht das nichts, denn ich sage lieber triviale, dafür aber sicher wahre Sachen anstatt so, wie manche anderen Leute, ständig falsche! (Fühlt euch ruhig angesprochen, ihr Falschsager dieser Welt.)

Dazu passt meine Heidegger-Stelle des Tages (ja, ich lese das Zeug wirklich): "Die Fragen, wie und wann der Tod in die Welt kam, welchen Sinn er als Übel und Leiden im All des Seienden haben kann und soll, setzen notwendig ein Verständnis nicht nur des Seinscharakters des Todes voraus, sondern die Ontologie des Alls des Seienden im Ganzen und die ontologische Klärung von Übel und Negativität überhaupt im Besonderen." So hab ichs gern - SCHÖN bescheiden von vorne anfangen! Also besser erstmal "Positivität" klären, bevor hier einer irgendwas als positiv bezeichnet. (Oder halt noch besser; das ganze All des Seienden.)

Jedenfalls hab ich in den letzten Tagen nicht sehr viel gekocht (bis auf gestern, da hab ich mir eine Sushi-Rolle gerollt). Nun hat aber einer zu mir gesagt, dass das Internet langweilig ist, wenn ich nichts blogge. Das ist vielleicht ein bisschen falsch, aber immerhin sehr nett gesagt. Deswegen habe ich heute den Eierlikör, den ich für einige Sachen brauche, die in der nächsten Zeit gekocht und gebacken werden sollen, selbstgemacht. Obwohl man ihn natürlich auch gut hätte im Supermarkt kaufen können. (Das wäre zum Beispiel billiger gewesen und man hätte jetzt auch nicht 15 Eiweiß im Kühlschrank stehen, aber gut.)

Um meinem selbstgemachten Eierlikör noch ein bisschen Mehrwert gegenüber gekauftem zu geben, hab ich nicht einfach sooo langweiligen Eierlikör zusammengerührt, sondern solchen, in dem auch noch Grand Marnier drin ist, weswegen mein Eierlikör ein Orangen-Eierlikör ist.
Diesen Orangen-Eierlikör werde ich dann in den nächsten Wochen für ein paar hoffentlich leckere und ostermäßige (jaja, hihi) Sachen verwenden, sofern ich ihn nicht in den nächsten Tagen so wegschlemmen muss. Aber das wollnwer ja mal nicht hoffen, denn es handelt sich dabei nicht nur um eine ganz schön alkoholische, sondern auch um eine ganz schön fette Angelegenheit. Wobei, das muss ich sagen, eine erste Geschmacksprobe ergibt: Sollte man machen, dieses Likörchen. Meine Oma hätts sicher super gefunden. (Und ich finds auch super; hallo Oma. Wenn du noch leben würdest, du liebes Dummerchen, hätts das dieses Jahr zum Geburtstag gegeben. Wir hätten das zusammen weggelöffelt - diesmal nicht aus Sektschalen! - und das wär lustig gewesen. Wie schade für dich.)




Wahnsinn, das ist ja wieder ein superschönes Handyfoto.
In der großen Flasche war vorher Groninger Erdbeersirup drin. Der war auch sehr lecker, zum Beispiel in Milch.

Zusatztipp: Vorher auch einen Trichter kaufen, sonst ist es kein Kinderspiel, den Eierlikör in die Flasche zu kriegen. Wer keine Flasche UND keinen Trichter hat, nimmt vielleicht einfach Marmeladengläser. Ist nicht so hübsch, aber dafür leichter zu befüllen. Kann man dann übrigens vor dem Konsum auch leichter umrühren, der Likör neigt nämlich zur Zwei-Phasen-Bildung.


Zutaten (für gut 1 Liter)
  • 15 Eigelb (jah!)
  • 250 g Puderzucker
  • Mark von 1 Vanilleschote
  • abgeriebene Schale von 1 Orange
  • 200 ml weißen Rum
  • 50 ml Orangenlikör, hier: Grand Marnier
  • 200 g Sahne

Zubereitung

Eigelb, Vanillemark, Puderzucker in eine Metallschüssel oder einen Topf geben. Im heißen Wasserbad mit dem Mixer dickschaumig aufschlagen. Vom Herd nehmen, Rum, Orangenlikör und Orangenschale unterrühren.

In die Spüle etwas eiskaltes Wasser laufen lassen. Wer hat, gibt noch Eiswürfel dazu. Den Eierlikör ins Eiswasserbad stellen und rühren, bis er abgekühlt ist. Sahne steif schlagen (aber nicht zuuu steif) und unter den Likör heben.

In Flaschen füllen und in den Kühlschrank stellen. Vorm Austrinken ein paar Tage durchziehen lassen. Laut Angaben in der Zeitschrift hält sich der Likör im Kühlschrank drei bis vier Wochen.


Das Rezept ist aus dieser Zeitschrift, Ausgabe 4/2012.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Orangenglühwein mit Schuss

Wer backt, muss auch trinken. Wenn man trinkt und dann weiterbackt, sollte man aber zwischendurch mal das Fenster aufmachen, sonst wird einem ganz schummrig.



Zutaten (für 4, die alle mindestens einen zweiten Becher wollen)
  • 2 Flaschen trockener Rotwein
  • Saft von 4 Orangen
  • 100 g Zucker
  • 4 Zimtstangen
  • 20 Nelken
  • Schale von 1 Zitrone
  • Grand Marnier oder Cointreau

Zubereitung

Alle Zutaten außer Orangenlikör in einen Topf geben und erhitzen, bis der Wein Schaum an der Oberfläche bildet. 10 bis 15 Minuten zugedeckt bei geringer Hitze ganz leicht köcheln lassen. In alle Tassen etwas Orangenlikör geben und den Wein in die Tassen sieben.


(Quelle)

Montag, 31. Oktober 2011

Moscow Mule

Moscow Mule ist ein gutes Getränk, das ich aus einem Roman von Remarque kenne. In diesem sitzen die Protagonisten pausenlos herum und trinken Moscow Mule. Das hat meine Sympathien geweckt und ich habe es nachgemacht.
Man muss sagen, dass es mit Ginger Beer - das man laut Originalrezept meines Wissens nach verwendet - deutlich intensiver und schärfer schmeckt als mit Ginger Ale, und ich bin mir nicht sicher, welches die leckerere Variante ist.* Wichtig ist auf jeden Fall, nicht am Limettensaft zu sparen.





Zutaten (für 1 Glas)
  • 6 cl Wodka
  • Eiswürfel
  • ein paar Scheiben Salatgurke
  • 1 Limette
  • 1 Zweig frische Minze
  • Ginger Ale oder Ginger Beer zum Auffüllen

Zubereitung

Ein paar Eiswürfel in ein Longdrinkglas geben. Wodka drübergießen. Limetten halbieren und jede Hälfte gründlich über den Eiswürfeln ausdrücken. Ausgedrückte Hälften vierteln und vier von den Stücken davon auf die Eiswürfel geben. Einen Minzzweig ins Glas geben. Mit Ginger Ale/Beer auffüllen. Ein paar Gurkenscheiben ins Glas werfen und eine auf den Rand stecken.

*Nachtrag: Mittlerweile bin ich mir sicher. Mit Ginger Beer ist es besser.

Samstag, 6. August 2011

Watermelon Slush

Sehr gut gefällt mir dieses Rezept für ein Getränk aus gefrorenen Wassermelonen. In Ermangelung von Akazienhonig habe ich es mit etwas Zucker zubereitet. Außerdem habe ich getrocknete Minze und weißen Rum ergänzt (so macht es mehr Sinn).

Zutaten
Wassermelone (aus ca. einer halben Wassermelone durchschnittlicher Größe wurden etwa sechs Gläser Getränk)
Limettensaft
weißer Rum
frische oder, im Notfall, getrocknete Minze (Teebeutel aufschneiden!)
Zucker
kleine dicke Strohhalme

Zubereitung
Die Melone würfeln. Dabei die Kerne entfernen. In Gefrierbeuteln die Wassermelonenwürfel über Nacht einfrieren.

So man einen Blender besitzt, kann man die Wassermelonenwürfel, wenn sie tiefgefroren sind, bequem zerkleinern. Sollte dem nicht so sein, tut es auch ein Hammer, ein Gefrierbeutel und etwas Geduld.

Die gecrushte Melone mit gehackter Minze und Zucker vermischen. In jedes Glas die gewünschte Menge Rum (hier: für ein kleines Glas 2 cl) und einen Schuss Limettensaft geben. Mit Wassermlone auffüllen und mit Strohhalm und Löffel servieren.

Montag, 26. Mai 2008

Rotweinkuchen

rotweinkuchen

Zutaten
4 Eier
1 Prise Salz
200 g Butter
200 g Zucker
1 Pkt. Vanillezucker
1 Pkt. Backpulver
300 g Mehl
200-250 ml Rotwein
1 TL Kakaopulver
2 EL Rum
100 g Schokostreusel/gehackte dunkle Kuvertüre
für die Glasur:
Rotwein, Puderzucker

Zubereitung
Eier trennen und Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Butter, Zucker, Eigelb und Vanillezucker verrühren. Anschließend Mehl, Rotwein, Kakao, Schokostreusel und Rum dazugeben und alles gut durchrühren.
Den Eischnee unterheben und alles in eine gefettete Kasten- oder Gugelhupfform geben. Den Kuchen bei 180° etwa eine Stunde backen.
Mit einer Glasur aus Rotwein und Puderzucker überziehen.
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